Material
Naturstein — der Fall, bei dem am meisten schiefgehen kann
Naturstein ist kein Produkt, sondern ein Material. Zwei Flächen aus derselben Sorte können sich unterschiedlich verhalten. Deshalb wird hier nicht nach Standardverfahren gearbeitet, sondern nach dem, was die Fläche zulässt.
Warum Naturstein anders reagiert
Betonstein wird gegossen. Er ist in seiner Dichte gleichmäßig, und was bei einer Platte funktioniert, funktioniert bei der nächsten genauso. Naturstein ist gewachsen. Er hat Schichten, unterschiedliche Härten innerhalb derselben Platte und eine Oberfläche, die je nach Bearbeitung — gesägt, gespalten, geflammt, gebürstet — völlig unterschiedlich auf Wasser und Druck reagiert.
Dazu kommt die Verwitterung. Ein Sandstein, der zwanzig Jahre im Freien liegt, ist an der Oberfläche weicher als beim Einbau. Was dort mit hohem Druck bearbeitet wird, verliert Material — und zwar dauerhaft.
Deshalb gilt bei Naturstein: erst prüfen, dann eine kleine Fläche testen, dann entscheiden. In dieser Reihenfolge und nicht anders.
Die Fuge ist bei Naturstein das größere Thema
Polygonalplatten und unregelmäßige Beläge haben oft schmale, gebundene oder gemörtelte Fugen. Ein zu harter Strahl schlägt dort Material heraus, das sich nicht einfach wieder einkehren lässt — anders als loser Fugensand.
Deshalb wird bei solchen Flächen geführt gearbeitet, mit gleichmäßigem Abstand und ohne Verweilen an einer Stelle. Das dauert länger. Es ist der Grund, warum eine Natursteinfläche pro Quadratmeter mehr Zeit braucht als ein Betonsteinhof gleicher Größe.
Einschätzung
Womit wir arbeiten und wovon wir abraten
In der Regel gut zu bearbeiten
Granit und andere dichte Hartgesteine, Betonwerkstein mit intakter Oberfläche, geflammte oder gebürstete Oberflächen in gutem Zustand, Natursteinmauern mit fester Oberfläche.
Nur nach Probefläche
Weichere Sedimentgesteine, stark verwitterte Oberflächen, polierte Flächen im Außenbereich, alles mit sichtbaren Absandungen. Hier entscheidet der Test, nicht die Erfahrung mit anderen Flächen.
Davon raten wir ab
Flächen mit bereits abplatzender Oberfläche, lose sitzende Platten, Beläge mit großflächigen Rissen. Eine Reinigung macht diese Schäden nicht besser, sondern besser sichtbar — und kann sie vergrößern.
Nicht unser Gewerk
Steinbodensanierung im Innenbereich, Schleifen und Polieren von Marmor, Terrazzo, Grabsteine. Dafür gibt es Steinmetze und darauf spezialisierte Betriebe — wir sagen das lieber, als es zu versuchen.
Was bei Naturstein offen bleibt
Zusätzlich zu dem, was für jede Fläche gilt:
- Ausgangszustand, Material, Fugen und Vorschäden begrenzen das erreichbare Ergebnis.
- Verwurzelungen in der Fuge werden nicht automatisch entfernt.
- Schwarzalgen sitzen im Stein, nicht nur darauf. Rückstände können bleiben.
- Materialbedingte Farbunterschiede können nach der Reinigung sichtbar bleiben.
- Farbunterschiede zwischen einzelnen Platten sind materialbedingt und werden nach der Reinigung oft deutlicher sichtbar, nicht schwächer.
- Verwitterte Oberflächen werden sauber, aber nicht wieder glatt.
- Rostfahnen aus eisenhaltigen Einschlüssen im Stein selbst lassen sich nicht wegreinigen.
Belege
Natursteinflächen, die wir bearbeitet haben
Potsdam Naturstein
Natursteinfläche in Potsdam
Hier reichte Heißwasser ohne zusätzliche Nachbehandlung aus. Das ist nicht die Regel — es hing am guten Ausgangszustand der Fläche.
Reinigung
Kleinmachnow Naturstein
Natursteinfläche in Kleinmachnow
Polygonalplatten mit unregelmäßiger Fuge. Bei solchen Flächen entscheidet die Führung des Geräts über das Ergebnis — zu viel Druck spült die Fuge aus.
Reinigung
Potsdam Naturstein
Natursteinmauer in Potsdam
Senkrechte Flächen werden mit der Lanze gearbeitet, nicht mit dem Flächenreiniger. Das ist langsamer und braucht mehr Erfahrung im Abstand.
Reinigung
Schorfheide Naturstein
Steinmauer in der Schorfheide
Flechten auf Mauerabdeckungen sind hartnäckig. Was sich lösen lässt, löst sich mit Wärme und Zeit — nicht mit mehr Druck.
Reinigung
Häufige Fragen
Fragen zu Naturstein
Woran erkenne ich, ob ich Naturstein habe?
Naturstein ist ungleichmäßig: keine zwei Platten sind identisch, die Maserung läuft durch, Kanten sind selten exakt gleich. Betonstein wiederholt sich, weil er in Formen gegossen wird. Wenn Sie unsicher sind, senden Sie uns eine Nahaufnahme — das lässt sich auf einem Foto meist eindeutig sagen.
Kann Naturstein durch Hochdruck beschädigt werden?
Ja. Weichere Sorten und verwitterte Oberflächen können aufrauen oder Material verlieren. Genau deshalb wird bei Naturstein mit geringerem Druck, mehr Wärme und mehr Zeit gearbeitet — und deshalb legen wir hier grundsätzlich eine Probefläche an, bevor die ganze Fläche bearbeitet wird.
Wird der Farbunterschied zwischen den Platten verschwinden?
Nein, und das ist kein Reinigungsfehler. Naturstein ist von Natur aus unterschiedlich gefärbt. Nach der Reinigung wird das oft deutlicher sichtbar, weil der Belag die Unterschiede vorher überdeckt hat. Wir weisen darauf vorher hin, weil es sonst als Mangel wahrgenommen wird.
Sollte ich Naturstein imprägnieren lassen?
Das kommt auf die Sorte an. Saugende Natursteine profitieren häufig, dichte kaum. Bei hellen, stark saugenden Sorten kann eine Imprägnierung das Eindringen von Flecken erschweren. Wir entscheiden das an Ihrer Fläche und legen vorher eine Testfläche an, damit Sie die optische Veränderung sehen.
Unsicher, welches Material Sie vor sich haben?
Eine Nahaufnahme genügt meist, um Betonstein von Naturstein zu unterscheiden. Schicken Sie ein Foto — dann sagen wir Ihnen, ob und wie sich die Fläche bearbeiten lässt.